Expeditionen

Südamerika 2013
Die ersten Tage verbringen wir auf 3.800m in La Paz. Wir müssen unsere Körper erst an diese Höhe gewöhnen. Um uns weiter zu akklimatisieren geht es nach 2 Tagen zum Wandern auf die Sonneninsel - Isla del Sol. Dort verbringen wir 2 Nächte auf 4.000m.
Die ersten Tage verbringen wir auf 3.800m in La Paz. Wir müssen unsere Körper erst an diese Höhe gewöhnen. Um uns weiter zu akklimatisieren geht es nach 2 Tagen zum Wandern auf die Sonneninsel - Isla del Sol. Dort verbringen wir 2 Nächte auf 4.000m.

Dann geht es endlich in die Berge – genauer gesagt ins Tal des Kondors dem Condoriri-Tal. Nach 3stündiger Autofahrt erreichen wir das Talende und steigen zum Basecamp Laguna Chiar Khota auf rund 4.600m auf. Beim Aufbau unserer Zelter wandern unsere Blicke immer wieder zu den zahlreichen, schneebedeckten 5.000er Gipfeln, die uns umkreisen. Die Woche vor unserer Ankunft hat es sehr viel geschneit, was recht ungewöhnlich ist für diese Jahreszeit. Normalerweise ist um diese Jahreszeit Trockenzeit und ein Niederschlag dieser Größenordnung eher selten. Umgeben von Lamas und Eseln lassen wir den ersten Tag bei gutem Essen im Camp ausklingen.

Am Tag 2 geht es auf unseren ersten 5.000er – dem Pico Austria (5.321m). Wir sind noch nicht ganz akklimatisiert und dementsprechend anstrengend ist der Aufstieg. Dafür werden wir am Gipfel mit einem großartigen Rundblick auf die angrenzenden Berge belohnt.

Am darauf folgenden Tag besteigen wir die Pyramida Blanca oder auch Cerro Illusion(5.330m) genannt. Um zum Gipfel zu gelangen muss ein recht spaltenreicher Gletscher gequert um anschließend eine rund 35 Grad Flanke aufzusteigen. Es folgt eine kurze Felspassage und nochmals eine kurze Eisflanke mit ca. 45 Grad die zum Gipfel führt. Ein herrlicher Ausblick vom Gipfel auf unser morgiges Ziel ist die Belohnung.

Der wohl bekannteste Gipfel in der Condoriri-Gruppe ist der Pequeno Alpamayo(5.370m). Um auf dessen Gipfel zu gelangen muss man vorher den Vorgipfel Tarija (5.320m) überschreiten um dann im Fels rund 100hm im 1-2 Gelände abzuklettern. Dann geht es den formschöne Gipfelgrad entlang zum Hauptgipfel. Ein wunderschöner Berg, der mit seinem ausgesetzten Grat ein bisschen and den Schweizer Biancograt erinnert. Nach 7h sind wir wieder zurück im Basislager.

Nach drei erfolgreichen Besteigungen legen wir einen Pausetag ein. Der Tag wird mit Schlafen, Essen und Bouldern auf den umliegenden Felsen verbracht. Dann heißt es früh „ab in die Federn“ und wir verkriechen uns in die feinen Daunenschlafsäcke, weil wir am nächsten Tag bereits um 2 Uhr Früh zum mächtigen Cabeza del Condor (5.648m) aufbrechen. Zuerst geht es mühsam der Moräne entlang die sich aber recht bald aufsteilt. Gefolgt von einem steilen Schnee- Eisfeld. Der Weg führt uns zwischen mächtige Felsen hindurch und nach 3h erreichen wir den Gletscheranfang. Nach einer Gletscherflanke erreichen wir die Schlüsselstelle, ein 40m Eiscouloir dem ein ausgesetzter langer Grat auf den Gipfel folgt. Eine anspruchsvolle lange Tour.

Nach 4 Gipfelsiegen und mit 5 x 5.000er in der Tasche lassen wir den letzten Abend glücklich im Tal ausklingen. Es beginnt zu schneien und wir sind froh über die Carinthia G-Loft Hose, den Booties und unseren Daunenjacken. So können wir trotz Wind und Schneefall noch gemütlich im Mannschaftszelt Kartenspielen.

Zurück in La Paz legen wir einen Ruhetag ein um unsere Wäsche zu waschen und auszurasten. Dann geht’s wieder ab in die Berge. Nach rund 2h erreichen wir mit dem Auto den Zongo Pass. Von hier geht es zu Fuß weiter zu unserem Basecamp auf rund 5.100m. Wir schlagen unsere Zelte vor Beginn des Gletschers auf und genießen die letzten Stunden vor Sonnenuntergang.

Eine etwas spätere Aufbruchszeit für den Gipfeltag erweist sich als kluge Entscheidung. Wir sind mittlerweile sehr gut akklimatisiert und recht flott unterwegs für diese Höhe. So können wir die äußerst windige und klirrend kalte Nacht etwas verkürzen und stehen ganz alleine um 8 Uhr am Gipfel des Huayna Potosi (6.088m) – unserem ersten 6.000er. Ohne die warme Daunenkleidung von Carinthia wären wir sicher – wie so manch anderer an diesen Tag – ohne Gipfel zum Abstieg gezwungen worden.

Der große Vorteil an Bolivien ist seine Vielseitigkeit. So schwingen wir uns nach 10 Tagen Bergen mit Steigeisen und Pickel zur Abwechslung aufs Downhill-Bike. Vorher geht es mit dem Bus nach Abra la Cumbre. Der Pass liegt auf 4.700m. Hier tauschen wir das Auto gegen unsere Bikes. Wir fahren die el camino de la muerte – die sogenannte Todesstraße nach Coroico (1.200m), das in den tropischen Tälern des Yungases liegt. Diese Straße war früher die einzige Verbindung vom Hochland in die Yungas. Auf dieser Strecke überwindet man rund 3.500hm und 60zig km. Es macht wahnsinnig viel Spaß und man durchfährt die unterschiedlichen Klimazonen bis man in Coroico ankommt.

Nach der abenteuerlichen Fahrt in die Yungas geht es am nächsten Tag eher gemütlich durch die Palca Schlucht. Wir wandern insgesamt rund 10km bis wir im Dorf Palca angelangt sind. Da wir keinen Direktbus bis Uni finden heißt es „a pie“(zu Fuß) ins Dorf Uni zur imposanten Schlucht mit ihren skurrilen Felsformationen. Es geht vorbei an den gewaltigen Steilwänden und an einzeln freistehenden Obelisken. Am Ende gibt es noch einen imposanten Ausblick zum Illimani Bergmassiv. Ein starker Kontrast zum roten Felsen. Endlich im Ort Palca angekommen heißt es einen Bus retour nach La Paz zu erwischen. Die recht staubige Rückfahrt mit dem alten Bus ist auch allemal ein Abenteuer gewesen.

Unsere weitere Reise führt uns nun in die Salzwüste. Nach einer 12stündigen, eher unbequemen Jeepfahrt erreichen wir Uyuni. Von der Gesamtzeit haben wir 6 Stunden für ca. 200km benötigt, da die Asphaltstraße bei Ururu endet und es nur noch eine Off-Road Piste gibt.

Uyuni liegt im südlichen Teil des bolivianischen Altiplanos und grenzt direkt an die Salar de Uyuni – dem größten Salzsees der Welt (160km Länge  u. 135km Breite). Am nächsten Tag erfahren wir, wie das Salz dort abgebaut und verarbeitet wird. Wir durchfahren den Salzsee mit unserem Jeep und verbringen die Mittagspause auf der Kakteeninsel Isla Incahuasi bevor es weiter durch die Wüste zu unserem Zielort nach Salinas de Garci-Mendoza geht. Wir übernachten in diesem kleinen Dorf in dem Gas für Strom und Warmwasser nur aus Gasflaschen zur Verfügung steht. Alle Einwohner haben sich am Dorfplatz versammelt und erwarten die Gaslieferung die per LKW kommen sollte. Hier wird einem wieder bewusst in welchem Luxusland wir leben.

Es geht nun weiter zum Dorf Sajama auf 4.300m. Dort angekommen muss zuerst ein Fußballmatch gegen 5 junge Bolivianer ausgetragen werden, um dann unser Nachtlager in einer Lehm-Hütte beziehen zu können. Das Dorf Sajama ist umgeben von unzähligen Vulkanen. Der höchste Vulkan heißt ebenfalls Sajama ist gleichzeitig mit 6.542m der höchste Gipfel in Bolivien.

Aber uns zieht es nicht auf diesen Berg sondern auf den Gipfel Acotango (6.052m). Das besondere an diesem Berg ist, dass sein Gipfel bereits auf Chilenischen Boden liegt. Um auf den höchsten Punkt zu gelangen braucht man aber keinen Pass sondern „nur“ rund 1.000hm überwinden. Das klingt so wenig weit. Wer aber schon mal in einer Höhe von 6.000 unterwegs war, weis wie anstrengend und weit solche Distanzen sein können. Zusätzlich hatten wir die Ehre uns mit Penitentes anzufreunden. Das sind spitze, scharfe Eiszacken, die in den Himmel wachsen. Die 200m hohe, ca. 35 Grad steile Flanke war damit überzogen. Das steigen zwischen den Zacken ist anstrengend und mühsam. Aber auch das ging vorbei und zur Belohnung folgt ein wunderschöner Gipfelaufschwung im schönen harten Schnee bis wir auf unserem zweiten 6.000er ankommen. Im Hintergrund der aktive Vulkan Guallatiri der still vor sich hin raucht. Wir genießen den Ausblick bevor es auf der anderen Seite wieder hinunter zum Ausgangspunkt geht.

Somit sind unsere Tage in Bolivien gezählt und wir brechen auf in Richtung Peru. Wieder heißt es 12h Autofahrt. Dieses mal reisen wir bequem mit einem großen Schlafbus. Es geht über Puno am Titicacasee bis nach Cusco. Eigentlich wollten wir uns Machu Picchu ansehen. Die überteuerten Preise von 250 USD pro Person haben uns aber davon abgebracht und wir haben uns stattdessen lieber Cusco selbst angeschaut. Unser letztes Ziel der Reise ist Lima. Auch hier haben wir noch einen Tag Zeit für Sightseeing bis es nach 4 Wochen wieder mit den Flieger über Madrid nach München und zurück nach Salzburg geht.

Wir haben uns auf das Abenteuer Bolivien eingelassen und viel erleben. So bunt und freundlich durften wir La Paz und Umgebung kennen lernen. Wir möchten uns bei CARINTHA für die gute Beratung und Unterstützung bedanken. Alle Carinthia Produkte können wir nur wärmstens empfehlen und wir sind stolz ein Österreichisches Produkt tragen zu dürfen.

Move on…

Simone, Kathrin, Bernhard und Rupert

Text und Bilder: Simone Leitner

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