Expeditionen

Expedition Patagonien 2014 - Cordón Riso Patrón
Anfang August 2014 wurde es Zeit, den Wunsch in die Tat umzusetzen: Robert Koschitzki, Uwe Seifert und Paul Sass brachen gemeinsam mit mir zu den "Bergen hinter dem Eis" auf.
Anfang August 2014 wurde es Zeit, den Wunsch in die Tat umzusetzen: Robert Koschitzki, Uwe Seifert und Paul Sass brachen gemeinsam mit mir zu den "Bergen hinter dem Eis" auf. Als Ausgangspunkt wählten wir das Bergsteigerdorf El Chaltén am Fuße der berühmten Cerro‐Torre-­ und Fitz-­Roy-­Gruppe. Wir ließen die steilen Granitzacken rechts liegen und schleppten in mehreren Etappen etwa 320 kg Essen und Ausrüstung über den Paso del Viento an den Ostrand des Inlandeises.

Nach vielen Tagen Schinderei mit schweren Rucksäcken in unwegsamem Gelände war es eine Wohltat, endlich die Pulkas und Tourenski auf den größtenteils ebenen und tief verschneiten Gletscherflächen nutzen zu können. Nach weiteren fünf anstrengenden Tagen mit Tiefsttemperaturen von ‐25°C standen wir am Fuße des Cerro Buracchio. Eine gewaltige Eiswand, ca. 70-­80° steil und mehr als 600 m hoch, zog hinauf zu den Eisstrukturen am Gipfel, die von unten nur schwer einsehbar waren. Nach einem notwendigen Ruhetag bei schlechtem Wetter schien uns am nächsten Morgen das Wetter wohlgesonnen zu sein.

Nach Überwindung des steilen Bergschrundes kletterten Robert, Paul und Uwe Seillänge um Seillänge an dem nicht enden wollenden Eisschild empor und merkten kaum, wie das Wetter umschlug. Am späten Nachmittag des 26. Septembers kamen sie nach 14 Seillängen dem Gipfel nah. Es schneite und windete immer stärker und die Sicht war auf unter 50 m gefallen. Mit viel Glück fand Paul am Gipfelpilz eine tiefe Röhre in den bizarren, durch Wind geformten steilen Eisstrukturen. Bald darauf standen sie nach 10 Stunden Kletterei auf dem windumtosten Gipfel. Der Sturm, die Kälte und die herannahende Dunkelheit zwangen sie umgehend zum Abstieg. Die ersten Abseilstellen über steile Schneebäuche erforderten viel Umsicht und Konzentration. Nach weiteren sieben Stunden erreichten sie um 3 Uhr nachts wieder den Bergschrund.

Der viele Neuschnee aus der Wand hatte jedoch die Ski verschüttet und den Hang so verändert, dass sie ihn in der Dunkelheit kaum wiedererkannten. Sie verschoben die Suche auf den nächsten Tag und stiegen zu den nahen Zelten ab - froh über der Gipfelerfolg, aber auch erschöpft und eingeschüchtert durch die Gewalt der Berge. Die folgenden Tage brachten sehr wechselhaftes Wetter. Nachdem wir die Ski unter dem vielen Neuschnee wieder gefunden hatten, erlaubten kürzere Wetterfenster die Besteigung einiger umliegender Berge. Durch das unsichere Wetter und mögliche Lawinengefahr auf einigen Abschnitten des Rückweges entschieden wir uns gegen einen Versuch am Cerro Riso Patrón. Stattdessen traten wir mit etwas Zeitreserve den Rückweg an.

In der Mariano-Moreno-­Kette konnten wir einen weiteren unbekannten Berg bei traumhaftem Wetter erstbesteigen und genossen vom Gipfel das fantastische Panorama und die schier unendliche Weite auf dem Inlandeis. Anfang September erreichten wir schließlich nach knapp 200 km in Schnee und Eis unseren Ausgangspunkt El Chaltén. Ausgebrannt von der anstrengenden Tour ließen wir das Erlebte bei Wein und gutem Essen sacken.

Im Namen des gesamten Teams möchte ich mich nach der erfolgreichen Expedition in Patagonien für die Unterstützung bei Carinthia bedanken, die uns die kalten Nächte nicht ganz so kalt erschienen ließen. Ohne die richtigen Schlafsäcke wird so eine lange Reise schnell zur Odyssee, wenn man nachts immer frieren muss. Dank der hervorragenden Schlafsäcke hatten wir diese Probleme nicht.

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